Informationen zum Simson 2-Takt-Motor


Diese Seite beschäftigt sich mit dem 2-Takt-Motor und dessen Arbeitsprinzip. Es wird auf die beiden Arbeitstakte eingegangen und allgemeine Informationen über die Simsonmotoren gegeben. Zum Schluss geht es um das Kerzengesicht und dessen Aussage über die im Motor stattfindende Verbrennung.

Übersicht:

  1. Grundlagen des Simson-Motor
  2. Was ist ein 2-Takt-Motor
  3. Wie funktioniert der 2T-Motor
  4. Das Kerzengesicht

Grundlagen des Simson-Motor:

Grundsätlich sind alle Simsonmodelle mit einem Einzylinder Zweitakt-Ottomotor ausgerüstet. Getank wird ein Benzin-Öl-Gemisch, welches je nach Motor im Verhältniss 1:33 oder 1:50 angemischt wird.
Im Laufe der Jahre wurden in den Simson Modellen verschiedene Motorenbaureihen eingesetzt, z.B. M52, M53, M5X1 etc. Je nach Motor wurden meist 3 oder 4 Gang-Getriebe verwendet.

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Was ist ein 2-Takt-Motor?:

Ein Zweitaktmotor ist simpel aufgebauter ventliloser Motor mit Gemischschmierung. Im Gegensatz zum "normalen" 4-Takt-Motor benötigt er nur die folgenden zwei Arbeitsschritte für die Verbrennung des Bezin-Luftgemisch:
  1. Verdichten
  2. Verbrennen
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Wie funktioniert der 2T-Motor?

Der Motor zeichnet sich durch die folgenden zwei Arbeitstakte aus:

Erster Takt : verdichten
Vom unteren Totpunkt (UT) bewegt sich der Kolben nach oben und verdichtet das im Zylinder befindliche Benzin-Luft-Gemisch. Im selben Moment entsteht durch die Aufwärtsbewegung des Kolben im Kurbelgehäuse ein Vakuum und neues Frischgas strömt durch den Ansaugkanal ein.
Kurz bevor der Kolben den oberen Totpunkt (OT) erreicht (je nach Motor 1,8mm bzw 1,6mm vor OT) wird das im Gemisch im Zylinder durch die Zündkerze entzündet.
Es kommt zur explosionsartigen Ausbreitung des Gases und ein hoher Druck entsteht im Zylinder.

Zweiter Takt: arbeiten
Dieser Druck kann nur nach unten entweichen indem er den Kolben nach unten drückt. Die Kraft der Explosion überträgt sich so auf die Kurbelwelle und das Moped wird angetrieben. Auf seinem Weg nach unten gibt der Kolben die Ein- und Auslassöffnungen frei und bewirkt eine Vorverdichtung des im Kurbelgehäuse befindlichen Frischgas.
Das Abgas entweicht durch die Auslassschlitze in Richtung Auspuff und gleichzeitig strömt neues vorverdichtetes Frischgas aus dem Kurbelgehäuse durch die Einlassöffnungen ein.
Da beide Öffnungen gleichzeitig offen sind entweicht auch ein Teil des noch unverbrannten Frischgas durch den Auspuff. Sobald der Kolben den UT passiert hat werden die Ein- /Auslassöffnungen wieder verschlossen und der Prozess beginnt von neuem. Seitenanfang

Das Kerzengesicht:

Unter dem "Kerzengesicht" versteht man das Aussehen der Zündkerzen. Je nach Aussehen lassen sich Rückschlüsse auf die Vergasereinstellung und die Effizienz der Verbrennung machen. In der nachfolgenden Tabelle finden sich das je nach Verbrennung unterschiedliche Kerzenbild.
Achtung: Bei sehr hellem Kerzenbild besteht hohe Gefahr für einen Motorschaden! Fehler sollte sofort behoben werden.

Um ein Aussagekräftiges Kerzenbild zu bekommen muss der Motor etwa 5-10km unter Last (z.B. Landstraße)am Stück gefahren sein und sollte dann sofort abgeschaltet werden. Läuft der Motor im Stand weiter verändert dies das Kerzengesicht.

Zustand normal überhitzt verrußt verölt
Aussehen Rehbraune,
blass braune Zündkerze
sehr helle Elektrode, ggf. mit Schmelzperlen, angegriffen trockener Rußbelag feucht glänzende schwarze Elektrode
mögliche
Ursache
Alles in Ordnung,
Verbrennungstemperatur und Wärmewert der Zündkerze stimmen
sehr mageres Gemisch, falsche Zündkerze (Wärmewert), falscher ZZP (früh), Nebenluft, Kerze nicht angezogen, Zylinderkühlung nicht ausreichend zu fettes Gemisch (Vergasereinstellung), Luftfilter zugesetzt, falsche Zündkerze (Wärmewert), Motor ereicht durch zu geringe Belastung Betriebstemperatur nicht zu fettes Gemisch (Vergasereinstellung), Choke dauerhaft offen, zuviel Öl im Gemisch, Kurbelwellensimmerring defekt
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